Sind die Gene schuld?

Pommes, Currywurst, ein Stück Braten, die Weihnachtsgans, leckerer Kuchen: Es gibt Menschen, denen macht das bezogen auf ihre Figur fast nichts aus. Andere nehmen scheinbar schon vom Anblick zu.

Nicht nur die Ernährung
Keine Frage – Lebensstil und Ernährung tragen einen großen Teil zu unserem Umfang bei. Doch auch unsere Gene spielen eine nicht unwichtige Rolle. Während der groß angelegten Studie konnten 13 neue Erbanlagen bestimmt werden, die die Fettverteilung an Bauch und Hüfte bestimmen, ebenso wie 18 bislang unbekannte Gene. Zusammen mit den bislang bekannten Genen lasse sich jetzt etwa 30 für Übergewicht mit verantwortlich machen.

Gute und schlechte Verwerter
Schon immer war die Rede davon, dass es gute und schlechte Nahrungsverwerter gibt. Das hat sich jetzt bestätigt. Ob ein Mensch für Übergewicht empfänglich ist, kann sich stark unterscheiden. Einige Menschen haben – bleiben sie schlank – einfach nur Glück, dass sie nicht zunehmen, andere Zeitgenossen gewinnen gegen ihren Wunsch sehr schnell zusätzliche Pfunde.

Die Weichenstellung
Ob ein Mensch später zu den guten oder schlechten Verwertern zählt, entscheidet sich bereits im Mutterleib. Das Ungeborene isst mit und die Konditionierung des Stoffwechsels beginnt. Das hat auch einen Einfluss darauf, ob eine Veranlagung zum Übergewicht entsteht oder nicht. Bereits während der Schwangerschaft fällt also eine erste Entscheidung, übrigens auch, was das Allergierisiko betrifft. Es ist wohl doch nicht ganz unwichtig, wie sich die werdende Mutter ernährt. Ein weiterer Grund, während der Schwangerschaft auf die Ernährung zu achten.

Das genetische Programm
Wie und wo sich wieviel überflüssiges Fett ablagert, sich im wahrsten Sinne des Wortes breit macht, hängt von einerm uralten genetischen Programm ab. Dieses Programm ist bei allen Lebewesen gleich, ob es nun Menschen oder Fruchtfliegen sind. Ein Blick auf die Gene allein verrät, wie die Figur sich aller Voraussicht nach entwickeln wird. Untersucht wurden Mäuse mit dem Ergebnis, dass mindestens zwölf Gene verschiedene Fettdepots beeinflussen. Hierbei beträgt der Einfluss der Gene auf die Verteilung des Fettes und des Gewichtes bei 50 bis 60 %. Untersuchungen an Menschen bestätigten die Ergebnisse bei den Mäusen so eindeutig, dass der Body-Mass-Index und das Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang an den Genen abgelesen werden konnte. Wichtig ist diese Erkenntnis, da die Gewichtsvereilung mit verantwortlich für das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Und nun?
Mittlerweile ist klar, warum 60 bis 70 % der Bevölkerung zur Bildung von Übergewicht neigen. Dieses wissen gibt Anhaltspunkte für die Entwicklung von wirksamen medikamentösen Therapien. Offensichtlich wird auch, dass Schlankheitspillchen von heute kaum geeignet sind, etwas zu bewirken, denn die Gene beeinflussen sie mit Sicherheit nicht. Bis also entsprechende Therapien entwickelt sind, besteht die einzige wirksame Möglichkeit, die Figur zu beeinflussen aus einer kalorienbewussten Ernärung und einem entsprechenden Maß an Bewegung.

Da eine bewusste Ernährung verbunden mit sportlicher Aktivität jedoch ohnehin gefordert ist, können sich Menschen jetzt ganz bewusst darauf einlassen – in dem Wissen, dass es anders nicht geht.