Qualität ist das bessere Geschäft

Der Markt für Fitnessgeräte, Kleingeräte und Homefitness ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und viele Anbieter sind dazu gekommen. Das verdeutlicht auf der einen Seite die Attraktivität des Marktes und seine wirtschaftliche Bedeutung, bringt jedoch auch Nachteile mit sich, da nicht alle Wettbewerber eine angemessene Produktqualität bieten. Die Folgen – ob im Studio oder im Privathaushalt – sind eine zuweilen schlechte Haltbarkeit, in manchen Fällen sogar Verletzungen bei Trainierenden. Es mag zwar verlockend sein, bei günstigen Angeboten zuzugreifen, doch ob das letztendlich eine kluge wirtschaftliche Entscheidung ist, bleibt fraglich.

Produkteigenschaften: Grundsätzliches
Für jedes technische Produkt gilt, dass es Funktionen zur Verfügung stellt. Was so einleuchtend klingt, ist es allerdings nicht immer. Vordergründig betrachtet, kann ein Produkt zwar viel können oder es zumindest anbieten... ob sich das aber in der Praxis bewahrheitet, ist nicht immer klar. Beispiel gefällig? Die typische Kompaktanlage aus dem Supermarkt kann auf den ersten Blick eine Menge. Sie spielt CDs ab, stellt Radioempfang zur Verfügung und ist zudem laut Leistungsangabe auch noch laut. Doch hält sie dem Vergleich mit einer hochwertigen Anlage stand? Niemand würde diese Behauptung aufstellen – jedenfalls nicht ernsthaft. Musikalisch geht es weiter. Wer würde auf die Idee kommen, einen ganz normalen Verstärker zu kaufen, um damit eine Diskothek zu beschallen? Laut ist er doch auch. Niemand würde das ernsthaft versuchen, denn er würde vermutlich keine Woche überleben. Oder denken Sie an eine Cocktailbar. Würde ein Gastronom Standmixer nutzen, die für den Hausgebrauch gedacht sind, bei ihm aber permanent unter Hochlast laufen oder würde er eine ganz normale Geschirrspülmaschine kaufen, die dann nach einem halben Jahr aufgibt und zudem vergleichsweise viel Wasser und Energie verbraucht? Es ist wohl davon auszugehen, dass die Antworten auf diese Fragen ziemlich eindeutig ausfallen dürften. Das, was hier gilt, ist auch zu beachten, geht es um den Erwerb von Fitnessgeräten. Qualität ist ein komplexer Begriff und steht in direktem Bezug zu den Kosten. Allerdings steht nicht nur die Frage im Raum, was man für sein Investment erhält sondern auch, wie es um die Belastbarkeit bestellt ist, wie hoch eventuelle Reparaturkosten sind und ob die Produkte den Sicherheitsbestimmungen wirklich genügen.

Design ist nicht nur »hübsch«
Natürlich sollen Fitnessgeräte gut aussehen. Heute reicht es nicht mehr, auf Zweckmäßigkeit zu setzen. Zu hoch sind auch die visuellen Erwartungen der Studiomitglieder. Allerdings erschöpft sich gutes Design nicht im ersten Augenblick. Ebenso wichtig ist die gute Bedienbarkeit, die benötigte Stellfläche und die Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander. Auch die Wirtschaftlichkeit hängt vom Design ab – spätestens dann, wenn es um Reparaturen geht. Geräte, die permanent bewegt werden, können verschleißen. Geschieht dies, ist es wichtig, dass Verschleißteile möglichst unkompliziert ausgetauscht werden können. Ist das Design schlecht, bzw. nimmt auf diese Situationen keine Rücksicht, kann eine Reparatur sehr teuer oder gar unmöglich werden.

Illusionen sollte man sich nicht machen – gutes Design gibt es nicht zum Schnäppchenpreis, denn Entwicklungsarbeit ist kostenintensiv. Auf der anderen Seite erspart es einem erhebliche Folgekosten oder, was noch schlimmer ist, die Ablehnung durch die Kunden. Da heute eigentlich alle Hersteller die erwarteten Grundfunktionen bereitstellen, lohnt sich ein Blick auf die Qualität des Designs.

Eine Frage des Materials
Bewegung ist zerstörerisch und Fitnessgeräte – das liegt in der Natur der Sache – werden massiv bewegt und immense Kräfte wirken auf sie ein. Gerade sehr preisgünstige Anbieter, die extrem knapp kalkulieren, neigen dazu, an Materialstärken zu manipulieren, um Material- und Logistikkosten zu sparen. Ebenso in der Kritik stehen oftmals die Faktoren Maßhaltigkeit und Verbindungstechnik. Auch hier entstehen hohe Kosten, wird auf die Haltbarkeit geachtet. Noch höhere Kosten – und zwar für den Käufer – entstehen aber, wenn Geräte nicht einmal ihr Eigengewicht wirklich verkraften oder Lager innerhalb kurzer Zeit ausschlagen, weil sie nicht exakt passen oder zu gering dimensioniert sind. Zusätzliche Sorgenkinder heißen Schweißnaht, Lackierung und Kunststoff. Verbindungstechnik ist sensibel und Verschweißungen sind es immer, da sie zumeist dort zu finden sind, wo naturgemäß hohe Zug- und Verwindungskräfte auftreten. Sie sollten demnach eine gewisse Perfektion aufweisen. An diesem Punkt ist übrigens auch die Materialstärke wieder von großer Bedeutung. Gibt eine Schweißnaht dennoch nach, was durchaus passieren kann, sollte diese reparabel sein. Das funktioniert allerdings nur, wenn an der Materialstärke bei Rohren oder Vierkantstählen nicht gespart wurde. Ist das Material zu dünn, ist eine Reparatur unter Umständen ausgeschlossen. Auch die Lackierung von Metallteilen sollte hochwertig ausgeführt sein, will man nicht riskieren, dass der Lack im wahrsten Sinne schon früh ab ist und die Geräte »schäbig« wirken. Was die Kunststoffe betrifft, wird es problematisch. Optisch lassen sich manche Werkstoffe kaum auseinander halten. Ihre Eigenschaften jedoch können sich sehr stark unterscheiden. Während hochwertige Kunststoffe extrem stabil sind, sich leicht reinigen lassen und durch Umwelteinflüsse (Handschweiß, Luftfeuchtigkeit, Licht) kaum altern, neigen minderwertige Materialien oft zur Brüchigkeit und wirken bereits nach kurzer Zeit »abgegriffen«. Auch hier ist also darauf zu achten, dass der Hersteller nicht am falschen Ende gespart hat, zudem beschädigte Kunststoffverkleidungen scharfkantig sind, also zu Verletzungen führen können.

Handgriffe und Sitze
Ein sehr sensibles Thema sind Handgriffe und Sitzflächen. Hier wird gerne gespart und den Benutzer wird genau das nicht freuen. Hand- und Körperschweiß ist an Aggressivität kaum zu übertreffen. Entsprechend resistent sollten die genutzten Werkstoffe sein. Auch das Thema Hygiene spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Im Bereich der Sitze ist es wünschenswert, wenn sie ergonomisch geformt sind und die Polsterungen der studioüblichen hohen Belastung auch standhalten. Selbstredend hat auch das seinen Preis und auch dieser ist gerechtfertigt, denn eine entsprechende Qualität dient der Haltbarkeit und der Kundenzufriedenheit.

Die Sache mit dem Puls
Zu professionellen Ergometern gehört eine Pulsmessung. Diese kann über die Griffe oder über einen externen Sensor erfolgen. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die Messung via Pulsgurt die zuverlässigere Variante ist, da der Sensor den Puls direkt über dem Brustkorb misst. Das Ergometer sollte also mit einem Empfänger für Brustgurte ausgestattet sein – im Idealfall. Auch hier gilt, dass die Qualität stimmen muss. Ist die Rede von Polar-kompatiblen Bauteilen, ist die notwendige Genauigkeit vermutlich nicht mehr gegeben und der Sinn von derlei Ausstattungen ist zumindest in Zweifel zu ziehen.

Noch ein Wort zum Lärm
Tretlager, Schwungscheiben, Bremsen, Hantelstangen, Gewichtständer, Laufbänder, Hebel, Seile – all diese Komponenten erzeugen neben der gewollten Anstrengung auch ungewollten Lärm. Vollständig lässt er sich natürlich nicht vermeiden, doch ist eine Lärmverringerung auch ein nicht ganz unwichtiges Qualitätsmerkmal. War es früher noch normal, dass ein Studio fast die Geräuschkulisse eines Stahlwerkes bietet, ist das im 21. Jahrhundert nicht mehr unbedingt hinnehm- aber durchaus vermeidbar.

Fazit
Qualität hat ihren Preis, denn ihr geht Entwicklungsarbeit voraus und hochwertige Rohstoffe haben ihren Preis. Letztendlich aber relativiert sich die Investition. Unter Einbeziehung aller Faktoren kann man nur dazu raten, sich nicht auf Experimente einzulassen und in jedem Fall einen professionellen und hochwertigen Anbieter zu wählen, will man letztlich nicht doppelt bezahlen, denn nichts ist ärgerlicher, als nach einem Fehlversuch dann doch das vermeintlich zu teure Produkt kaufen zu müssen und die Entsorgungskosten für den Fehlversuch zu tragen.