Nahrung für den Kopf: Brainfood

Das Sport dem Geist hilfreich zur Seite steht, ist hinlänglich bekannt. Um Sport betreiben zu können, ist eine vernünftige ausgewogene Ernährung unerlässlich. Darüber hinaus dient die Ernährung jedoch auch direkt den berühmten grauen Zellen. Brainfood ist gefragt. Unter diesem Sammelbegriff werden alle Lebensmittel zusammengefasst, die sich positiv auf die Funktion des Gehirns auswirken. Eine ausgewogene Ernährung nutzt also nicht nur dem Trainig, sie hilft auch dem Kopf.

Menschen mit einer natürlichen Haltung zur Ernährung kennen die hervorgerufenen Effekte, die sie auslösen kann. Die Reaktionen sind meist eindeutig. Wer sich ein schweres Abendessen gönnt, dem wird es zwar geschmeckt haben, gut schlafen kann er aber vermutlich nicht. Auch das gerade in Deutschland oft zu fettige Mittagessen sorgt nicht gerade für einen regen Geist – es macht im Gegenteil müde und lässt eine gewisse Denkfaulheit das Regiment übernehmen. Im Gegensatz dazu wirken sich kleine und leichte Mahlzeiten – gerade am Nachmittag – durchaus positiv aus, da sie über kleinere Leistungseinbrüche hinweg helfen. Hierbei reagieren Körper und Geist oftmals identisch. Ein guter Grund, noch mehr darauf zu achten, was man wann isst.

Treibstoff
Für unsere geistige Vitalität sind Kohlenhydrate als Treibstoff unersetzbar. Allerdings ist hier nicht jede Quelle gleich gut. Erzeugnisse aus Weizenmehl sind ebenso nicht zu empfehlen wie Süßigkeiten. Neben den bekannten Gründen spricht die Geschwindigkeit eine Rolle. Damit die Energie aus den Kohlenhydraten langsam und stetig ins Blut und somit auch in das Gehirn gelangen, sind Produkte aus Vollkorn, Naturreis, Gemüse, Obst und Kartoffeln (unter gewissen Bedingungen) zu bevorzugen. Wichtig ist, dass die in den genannten Nahrungsmitteln enthaltenen Ballaststoffe dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit für den Kohlenhydratbaustein Glukose (Traubenzucker) stimmt und der Mensch so länger leistungsfähig bleibt.

Eiweiß und Fettsäuren
Und mag die einzelne Gehirnzelle auch noch so fit sein – ohne den Austausch mit ihren Artgenossen ist sie sinnlos. Damit dieser Austausch an Informationen und Signalen reibungslos funktioniert, braucht das menschliche Gehirn Botenstoffe – es braucht Eiweiß. Tierisches Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Geflügel und aus Milchprodukten eignet sich hier am besten. Der Grund hierfür liegt in der Verwertbarkeit durch den menschlichen Organismus. Zwar »funktionieren« auch pflanzliche Eiweiße, doch die tierische Variante ist dem menschlichen Eiweiß nun einmal ähnlicher, auch, wenn Vegetarier und Veganer das nicht gerne hören. Zum Glück kann man aber kombinieren, wogegen nichts spricht. Auch rein pflanzliche Kost ist natürlich wertvoll, lediglich die Aufnahme der Eiweiße unterscheidet sich. Damit unsere Zellen funktionieren und trotz starker Beanspruchung elastisch bleiben, sind pflanzliche Öle mit ihren ungesättigten Fettsäuren wichtig. Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren lässt sich gut realisieren, wenn regelmäßig Fisch auf dem Speiseplan steht – das Gehirn wird es erfreuen. Entscheidend ist hier – wie bei allen Lebensmitteln – deren Hochwertigkeit. Minderwertige Öle sind nicht geeignet, den Körper und Geist ausgewogen und gut zu versorgen.

 

Fleisch

Vitaminchen & Co.
Für die Energiebereitstellung, den Zellschutz, die Zellteilung und die Neubildung benötigen wir Vitamine. Das bildet die Grundlage dafür, dass über die Blutbildung auch der Nähr- und Sauerstofftransfer zum Gehirn funktioniert. Vitamin A, B, C und E können unsere Gehirnzellen vor freien Radikalen schützen. Hierbei ist es nicht notwendig, sich diese Vitamine durch verschiedene Präparate zuzuführen. Eine ausgewogene Ernährung, in der auch Obst und Gemüse eine Rolle spielen, ist weitaus besser geeignet. Zudem wird seitens der Wissenschaft immer wieder bezweifelt, dass die direkte Verabreichung von Vitaminen überhaupt einen großen Effekt hat, da Vitamine zumeist in Kombination mit anderen Vitaminen und Trägerstoffen ihre volle Wirkung entfalten.

Knabbern für den Kopf, Kaffee für die Stimmung
Süßigkeiten – und nicht nur der Zahnarzt wird das bestätigen – sind böse. Natürlich ist eine geringe Menge von Zeit zu Zeit kein Problem. Besser ist es jedoch, sich auf wahre Powersnacks zu beschränken. Wer nicht unter einer Allergie leidet, kann hier zu Studentenfutter greifen. Die darin enthaltenen Nüsse können sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken. Insbesondere Erd- und Paranüsse enthalten große Mengen an Vitamin B1, das dabei hilft, dem Gehirn Glukose zur Verfügung zu stellen. Das versorgt unser Denkorgan mit Energie, die dringend benötigt wird. Ebenfalls in Nüssen enthalten ist Cholin. Dieses sorgt dafür, dass der menschliche Körper den Botenstoff Acetylcholin aufbauen kann, der es ermöglicht, Informationen von einer Körperzelle zur anderen zu übertragen. Ohne diesen Botenstoff ist keine gute Konzentrationsfähigkeit möglich. Kaffee besitzt in unseren Breiten eine lange Tradition und bis zu vier Tassen pro Tag sorgen dafür, dass das Koffein die Stimmung hebt, sich positiv auf Gehirn, Herz-Kreislauf und die Verdauung auswirkt. Große Mengen jedoch bewirken, dass die Konzentration schwindet und das Herz-Kreislaufsystem belastet wird. Auch für den Kaffee gilt also, dass die Menge entscheidend ist. Übertreiben sollte man den Kaffeegenuss demnach keinesfalls – ein Verzicht, wie öfter propagiert – ist jedoch auch nicht nötig.

Trink mal wieder
Wir bestehen zu 50 bis 60% aus Wasser. Hierauf ist es auch zurück zu führen, dass körperliche und geistige Spitzenleistungen nur zu erreichen sind, wenn genügend Flüssigkeit zugeführt wird. Alle unsere Körperfunktionen sind vom Wasser abhängig. Wasser ist Lösungs- und Transportmittel für die Nährstoffe und Baustoff für unsere Körperzellen. Wer im Sommer Sport treibt, weiß, wie stark die Konzentration nachlässt, wenn ein bereits geringer Wassermangel eintritt. Im Regelfall sollte pro Tag 1,5 bis 2 Liter getrunken werden, abhängig von den Temperaturen und der Belastung. Wer kein Mineralwasser mag, kann auch auf ungezuckerte Tees (Kräuter- und Früchtetees), Schorlen, Gemüsesäfte oder Getreidekaffee zurückgreifen, der kein Koffein enthält.