Dr. Feelgood ist zu wenig

Medical Wellness ist nach wie vor Trend

Die derzeitigen Gewinner am Wellnessmarkt sind die Reiseanbieter. Erstaunlich ist, dass trotz der vergangenen Wirtschaftskrise ein Umsatzanstieg verzeichnet werden konnte. Hierbei sind es die 4- und 5-Sterne-Wellnesshotels, die sich freuen konnten. Qualität ist also auch weiterhin gefragt und zumindest im Wellnessmarkt ist die Klientel bereit, in das eigene Wohlbefinden zu investieren. Eine weitere aktuelle Entwicklung ist Medical Wellness.

Diese Entwicklung ist ein wenig »back to the roots«. Ob sie sich durchsetzt, bleibt abzuwarten, doch die Zeichen dafür sind durchaus positiv.

Wellness an der Quelle
Auch, wenn es sich anders »anfühlt«; Wellness ist nicht neu. Die Wellnessbewegung war von Anfang an eine Gesundheitsbewegung, initiiert durch den amerikanischen Präventivmediziner Kenneth H. Cooper. Der Grundgedanke von Wellness ist, Krankheiten nicht entstehen zu lassen. Eine bewusste Lebensweise soll dabei Krankheiten vorbeugen. Der Begriff Wellness leitet sich von Well-being und Fitness/Happiness ab. Das Wellnesskonzept zielt demnach auf Wohlbefinden, Spaß und eine gute körperliche Verfassung ab. Die Verbindung mit dem medizinischen Aspekt liegt auf der Hand, betrachtet man Wellness einmal für sich und nicht als reine »Spaßveranstaltung«. Natürlich kann man viele Dinge mit dem Begriff Wellness koppeln – fraglich ist allerdings, ob ihm das gerecht wird.

Medical Wellness
Eine Vielzahl heutiger Wellnessangebote zeichnen sich vor allem durch ihre Passivität aus. Saunagänge und Aufenthalte in Whirlpools sind sicherlich nett, werden aber dem oben genannten Grundgedanken kaum gerecht. Medical Wellness vervollständigt heutige Wellnessangebote wieder zu dem, was sie einmal waren. Grundgedanke ist, die Balance zwischen Körper und Geist durch die Verbindung von Medizin und »Wohlfühlen« herzustellen. Das wünschenswerte Ergebnis ist die Änderung des persönlichen Lebensstils – Medical Wellness endet also nicht an der Tür des Wellness-Clubs oder Hotels. Die Verbindung aus medizinisch-therapeutischen Leistungen und Entspannung ist durchaus reizvoll und so verwundert es nicht, dass Medical Wellness durchaus positiv angenommen wird.

Medical Wellness eignet sich insbesondere für Menschen, die zu Risikogruppen gehören oder unter chronischen Erkrankungen leiden. Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die unter Rückenproblemen leiden ebenso, wie Herz-Kreislaufpatienten. Beide Komponenten, Medizin und Wellness, unterstützen sich gegenseitig im Sinne des Klienten – kein Wunder also, dass Medical Wellness bei immer mehr Menschen große Attraktivität besitzt.

Bedingt durch die Anziehungskraft des Begriffes, schmücken sich mittlerweile viele Einrichtung mit dem Begriff Medical Wellness. Wichtig ist, dass der Anbieter über medizinisches Fachpersonal verfügt, also Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten. Ohne  adäquates Personal ist auch der Begriff der Medical Wellness nur eine Worthülse.

Wellness hat viele Gesichter
Mit Anleihen wird im Wellness-Bereich gerne gespielt. Im Trend liegt nach wie vor das Thema Orient, ökologisch wertvoll soll Wellness sein und natürlich Anti-Aging und Detoxing verheißen, Kuren zur Entschlackung oder Entgiftung bieten und Exklusivität versprechen. Wellness soll so viel, dass einem der Begriff fast schon leid tun kann. Dabei entfernt sich Wellness immer weiter vom Ursprungsbegriff, was den klassischen Markt betrifft. Natürlich hat auch dieser seine Berechtigung, denn er tut den Menschen gut. Allerdings wäre es durchaus wünschenswert, wenn der medizinisch relevante Anteil ein wenig steigen würde. Medical Wellness hätte das »Zeug« dazu und die »Klientel« würde es sicherlich auch zu schätzen wissen.