Reine Öle für schöne Haut
Öle sind aus der Kosmetik nicht wegzudenken. Allerdings kommt es darauf an, woher sie stammen und wie natürlich sie noch sind. Wer auf reine Öle Wert legt, findet diese in gut sortierten Apotheken und Rohstoffshops. Es lohnt sich. Ein großer Vorteil ist, dass die unverfälschten Öle für die Pflege aller Hauttypen geeignet sind. Selbst fettige Problemhaut lässt sich mit dem richtigen Öl wieder ins Gleichgewicht bringen. Jojoba- oder Olivenöl? Nein - da gibt es noch viel mehr.
Zellschützendes Johannisbeersamenöl
Eigenschaften: entzündungshemmend, restrukturierend, regenerierend, zellschützend, juckreizstillend, stark antioxdativ
Lagerung: nicht dem Sonnenlicht aussetzen
Johannisbeersamenöl wird aus den Samen der Schwarzen Johannisbeeere gewonnen, kann aber auch aus den Kernen der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum L.) stammen. Es ist gelb bis gelbgrün und riecht fruchtig-tresterartig.

Wirkweise: Entzündungshemmend, sowohl innerlich eingenommen als auch äußerlich auf die Haut aufgetragen. In Hautpflege regeneriert es die gestörte Barriereschicht der Haut und hilft ihr, die Feuchtigkeit zu bewahren. Es wird als Wirkstofföl eingesetzt, d.h., dass es keinesfalls pur auf die Haut aufgetragen werden darf, sondern immer im Verhältlnis 1 : 10 mit einem Trägeröl verdünnt werden muss. Es pflegt trockene und reife Haut ebenso wie fettende, unreine und entzündliche Hautzustände und ist besonders für die Pflege empfindlicher Haut geeignet.
Am besten wirkt es kombiniert mit Jojoba- oder Wiesenschaumkrautöl, aber auch als Zusatz in einem Sheabalsam ist es als heilende Komponente hervorragend geeignet. Für die Pflege empfindlicher Haut wird es in Kameliensamenöl verdünnt. Es sollte allerdings nicht vor dem Sonnenbaden angewendet werden.
Schützendes Rizinusöl
Eigenschaften: gutes Lösungsmittel, zieht tief in die Haut ein, einhüllend, schützend
Rizinusöl ist das Öl aus den Samen des »Wunderbaums«, eines in Westasien und Nordostafrika wild wachsenden, immergrünen Strauchs mit dekorativen Früchten. Es wurde bereits vor 6000 Jahren in Altägypten kosmetisch verwendet, aber auch als Lampenöl genutzt.
Die je nach Sorte roten bis rotbraunen, stachelbewehrten Kapseln des Rizinusbaums enthalten jeweils 3 längliche, gefleckte Samen, aus denen das Öl gepresst wird. Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders gefährlich sind die Samen. Aus diesem Grund wird das fast farblose bis leicht gelbliche Rizinusöl kalt gepresst, damit das toxische Ricin im Presskuchen verbleibt.

Wirkweise: Rizinusöl hat sehr gute Lösungsmitteleigenschaften, die gerne zum Einbringen von Wirkstoffen genutzt werden. Es zieht besonders tief in die Haut ein, ist aber im Hautgefühl eher filmbildend und lässt sich nur schwer verteilen. Daher ist es hervorragend als Schutzöl geeignet, das die Haut gegenüber äußeren Einflüssen abschirmt. Es weicht Schuppen auf der Kopfhaut auf und löst sie ab; mit Rizinusöl gepflegtes Narbengewebe bleibt elastisch. Besonders beliebt ist es in Lippenstiften: Es ummantelt die Farbpigmente und sorgt damit für ihre Haftung auf den Lippen. Gleichzeitig schenkt es einen sehr schönen Glanz.
Beruhigendes Holundersamenöl
Eigenschaften: entzündungshemmend, beruhigend, abschwellend, stark zellregenerierend, zellaktivierend
Lagerung: nicht dem Sonnenlicht aussetzen
Holundersamenöl stammt aus Samen des Schwarzen Holunderstrauchs und wird in der Regel als Nebenprodukt der Holundersaftproduktion gewonnen. Das Öl wird aus dem zurückgebliebenen Trester kalt gepresst und ist ein grünlich-gelbes bis grünes, charakteristisch herb duftendes und schmeckendes Öl.

Wirkweise: Holundersamenöl hat entzündungshemmende und beruhigende Wirkung und ist daher besonders für sensible, neurodermitische und Akne-Haut geeignet. Seine Inhaltsstoffe ähneln den Hautfetten, sodass Holundersamenöl den Lipidmantel der Haut stabilisiert und sie weich und geschmeidig macht. Bei Gelenkbeschwerden soll das Öl, pur aufgetragen, entzündliche Prozesse stoppen und abschwellend wirken.
Das leichte Öl fühlt sich beim Auftragen angenehm an und wirkt nicht filmbildende, sodass es zur Pflege fettender und unreiner Haut geeignet ist. Sehr trockene Haut profitiert von einer Kombination mit Avocadoöl oder Macadamianussöl, die besser einziehen und schützend und reichhaltiger wirken.
Zellaktivierendes Granatapfelsamenöl
Eigenschaften: enthält Phytoöstrogene, regenerierend, entzündungshemmend, zellaktivierend, wundheilend
Lagerung: nicht dem Sonnenlicht aussetzen
Der Granatapfelbaum ist eine uralte Kulturpflanze, deren Ursprung vermutlich in Asien liegt. Seine großen, leuchtend rot-orangefarbenen Früchte sind von einer ledernen Haut überzogen und beinhalten mehrere Kammern, die mit erbsengroßen, von rotem Fruchtfleisch umgebenen Samen gefüllt sind. Seine Farbe gab dem Granat, einem Halbedelstein, seinen Namen. Das Öl ist kostbar: Aus ca. 100 kg Granatäpfeln werden lediglich 500 g Granatapfelsamenöl gewonnen.

Wirkweise: Das hell- bis goldgelbe und angenehm nussig duftende Samenöl gilt durch den hohen Gehalt an Phytoöstrogenen und der hohen antioxidativen Wirkung der Punicinsäure als hervorragendes Gesichtsöl für trockene, reife und beanspruchte Haut. Es wird primär als Wirkstofföl eingesetzt. Es fördert Neubildung der Hautzellen, erhöht die Hautelastizität und regeneriert das Gewebe. Seine entzündungshemmende Wirkung macht es für die Pflege neurodermitischer, ekzematischer und sonnengeschädigter Haut besonders geeignet.
Für eine regenerierende Wirkung wird es mit Macadamianussöl kombiniert, reife Haut profitiert von einer Kombination mit Arganöl, Weizenkeimöl und Wildrosenöl (alternativ Preiselbeersamenöl).
Kurmäßig pur aufgetragen hat es stark regenerierende und aktivierende Wirkungen und hilft bei akuten Hautproblemen. Perfekt eignet es sich als Pflege für die Nacht in einem kostbaren Serum oder Ölgel. Ein Tropfen Granatapfelsamenöl pur über Ihrer gewöhnlichen Nachtpflege eingeklopft ist das Beste, was Sie für reife Haut tun können.
Hautglättendes Aprikosenkernöl
Eigenschaften: oxidationsstabil, zieht gut ein, mild, glättend, irritationsmindernd, gutes Massageöl, schützend, pflegend, feuchtigkeitserhaltend
Der Aprikosenbaum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) stammt vermutlich aus China und gelangte zur Römerzeit nach Italien. Die Fruchtkerne enthalten ca. 40 – 50 % hellgelbes, mild und marzipanähnlich duftendes Öl, das nicht nur kosmetisch genutzt, sondern auch als feines Speiseöl geschätzt wird. Im Gegensatz zum Speiseöl aus Süßaprikosenkernen stammt kosmetisch verwendetes Aprikosenkernöl primär aus den bitteren Kernen von Wildaprikosen. Es ist ca. 6 Monate haltbar und wird als universell einsetzbares Basisöl verwendet, das auch von empfindlicher Haut gut vertragen wird und gut einzieht.

Wirkweise: Durch seine Milde ist es ein ideales Öl für die Babypflege und kann auch pur (z. B. als Make-up-Entferner) angewendet werden. Aprikosenöl wirkt glättend, besänftigend und zieht sehr gut ein.
Aprikosenkernöl eignet sich sehr gut für leichte Feuchtigkeitscremes. Kombinieren Sie es je nach Hautzustand z. B. mit Traubenkernöl (für eher fettende Haut) oder einem linolensäurereichen Öl bei trockener Haut (z. B. Nachtkerzenöl oder Wildrosenöl).
Lesetipp: Wer mehr zum Thema wissen will, findet fundierte Informationen und viele Tipps in dem im Freya-Verlag (http://www.freya.at) erschienenen Buch "Naturkosmetische Rohstoffe - Wirkung, Verarbeitung, kosmetischer Einsatz" von Heike Käser (ISBN: 978-3-99025-012-9).
