Warum Humor wichtig ist

Hartz-Gefahr bis in den Mittelstand, die Krankenkassenbeiträge, Stress im Job – es gibt wahrlich genug Gründe, die Welt mit besorgtem Blick zu betrachten. Das ist völlig legitim, denn es lohnt durchaus, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Allerdings ist es mindestens genau so wichtig, positive Gedanken anzunehmen oder, was noch besser ist, öfter mal zu lachen. »Lachen ist gesund.« An dieser Volksweisheit ist mehr Wahres dran, als man vielleicht meint. Und wirklich: Lachen hilft.

Was ist denn eigentlich Lachen?
Lachen ist angeboren. Aus diesem Grund beherrscht jeder Mensch das Lachen – oftmals selbst dann, wenn er es eigentlich nicht möchte, wobei sich das Lachen selbst bei großer Selbstbeherrschung nur mühsam kontrollieren lässt. Der Mensch reagiert auf komische oder erheiternde Situationen mit einem Lachen. Es kann aber auch eine entlastende Funktion haben, also als Abwehr dienen. Umgangssprachlich gemeint ist das »Panische Gelächter« oder das »Verzweifelte Gelächter«. Man kann es möglicherweise mit dem Schnurren von Katzen vergleichen. Fühlen sie sich wohl, schnurren sie. Doch sie schnurren unter Umständen auch bei Angst oder Schmerz, um sich selbst zu beruhigen. Doch bleiben wir beim positiven Lachen. Es handelt sich um einen unwillkürlichen Ausbruch, die eine Reflexbewegung ist, da ein Reiz auf die Nervenursprünge der beteiligten Muskeln übertragen wird.

Ein weiterer Auslöser für das Lachen ist das Kitzeln, was absichtlich geschehen kann – hauptsächlich Kinder bringen sich so zum Lachen. Möglich ist es aber auch bei Erwachsenen und so Mancher kann dem durchaus etwas abgewinnen, wirkt doch auch das so ausgelöste Lachen durchaus erheiternd und lockert Situationen auf. Als erwiesen gilt, dass das gesteigerte Wohlbefinden während und vor allem nach dem Lachen sich auf Heilungsprozesse günstig auswirken kann. In jedem Fall verbessert sich der psychische Zustand des Patienten. Mittlerweile geht man speziell in Kinderkrankenhäusern dazu über, sogenannte »Klinik-Clowns« zu engagieren, die die Aufgabe haben, die Patienten aus ihrer Lethargie zu reißen.

Die Folgen des Lachens
Während des Lachens geschieht viel im menschlichen Körper. Das Herz-Kreislaufsystem, das Zwerchfell, die Stimmbänder, die Muskeln im Gesichts- und Bauchbereich werden starkt angeregt. Zudem steigt der Sauerstoffgehalt des Blutes an und der Blutdruck erhöht sich, was man manchen Lachenden auch durchaus ansehen kann. Das der »Bauch wehtut vor Lachen« liegt übrigens daran, dass gerade auch die Muskulatur im Unerbauchbereich stark angeregt wird. Nach dem Abklingen des Lachens setzt unmittelbar eine Entspannungsphase ein. Das Lachen gesund ist, wird neben den genannten Körperreaktionen auch darauf zurückgeführt, dass die Ausschüttung von Hormonen während und durch das Lachen eine positive therapeutische Wirkung besitzt. Während des Lachens werden die im Blut vorhandenen Stresshormone Adrenalin und Kortisol verringert. Dafür wird das umgangssprachlich Glückshormon genannte Endorphin ausgeschüttet.

Warum Lachen gesund ist ...
Anstrengung – diese verbindet man nicht unbedingt mit dem Lachen. Dennoch: Innerhalb des Gesichtes werden 17 und im Restkörper weitere 80 Muskeln zur Kontraktion gebracht. Zusätzlich steigert sich die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft in die Lungen auf bis zu 100 km/h und die Stimmbänder fangen an zu schwingen. Abhängig vom Geschlecht schwingen sie mit mindstens 280 Schwingungen pro Sekunde. Die vom Lachen nicht betroffenen Regionen sind für den Körper in diesem Moment so uninteressant, dass sie sich sehr stark entspannen, was im Bereich der Blasenmuskulatur zu eher peinlichen Folgen führen kann.

Die Lunge freut sich über das Lachen. Die transportierte Sauerstoffmenge während des Lachens beträgt das drei- bis vierfache der Normalmenge.  Das ist nicht wenig und ein guter Grund, öfter mal zu lachen. Zudem steigt die Pulsfrequenz, was der Durchblutung dienlich ist. Anschließend nimmt die Herzfrequenz wieder ab. Das hat einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem. Lachen ist durchaus eine körperliche Leistung. Besonders für Männer interessant: Lachen senkt das Herzinfarktrisiko, wird oft genug gelacht.

Zwar kommen manchen Menschen vor Lachen die Tränen, doch hat dies nichts mit Schmerzen zu tun. Eher das Gegenteil ist der Fall. Lachen verringert die Schmerzempfindung. So ergaben Studien mit Schmerzpatienten, dass das Schmerzempfinden bereits durch einige Minuten Lachen über Stunden reduziert werden kann. Der Grund sind entzündungshemmende Stoffe, die der Körper vermehrt produziert. Was die Tränen betrifft, entstehen sie, weil das vegetative Nervensystem stimuliert wird, wodurch die aktivierte Tränendrüse ihre Flüssigkeit abgibt.

Jetzt aber
Wer gesund ist, ist glücklich – meistens. Wer krank ist, dem vergeht oftmals das Lachen. Es ist zwar leichter gesagt, als getan, doch scheint es ratsam zu sein, gerade im Fall des Unwohlseins den Humor für sich zu entdecken, denn Lachen ist nicht nur Ausdruck der Freude, es hilft dem Körper auch in »angespannten« Situationen. Natürlich gilt auch hier, dass Prävention der sicherlich bessere Weg ist. Demnach ist es einem gesunden Lifestyle durchaus zuträglich, sich nicht nur mit den Sorgen und Problemen dieser Welt zu befassen, sondern sich auch dem Humor zu widmen. Erwachsene Menschen lachen pro Tag im Durchschnitt nur 15 mal, wohingegen Kinder es schaffen, bis zu ca. 400 mal zu kichern. Vielleicht wird deshalb so oft von der »Glücklichen Kindheit« gesprochen. Gesund ist es allemal und was spricht – ganz ernsthaft – dagegen, diese nicht einfach mal mit Lachen zu unterstützen?